Im Landkreis Rastatt und dem Stadtkreis Baden-Baden wurden verschiedene Perfluorierte Chemikalien (PFC) in landwirtschaftlich genutzten Böden und im Grundwasser nachgewiesen. Dabei handelte es sich vor allem um eine Mischung mehrerer Substanzen, insbesondere um PFOA, PFHpA, PFHxA, PFPA und PFBA. Betroffen von den mit PFC verunreinigten Böden sind verschiedene landwirtschaftliche Flächen auf dem gesamten Gemarkungsgebiet. 
 
Was bedeutet das für uns?
Für Trinkwasser dienen die von der Trinkwasserkommission beim Umweltbundesamt abgeleiteten Werte als Bewertungsgrundlage. Das Umweltbundesamt unterscheidet für Trinkwasser gesundheitliche Leit- und Orientierungswerte, Vorsorge-Maßnahmewerte und den Allgemeinen Vorsorgewert:
 
Allgemeiner Vorsorgewert: 0,1 µg/l
Der allgemeine Vorsorgewert wird als langfristiges Mindestqualitätsziel unter dem Aspekt des vorsorgeorientierten und generationsübergreifenden Trinkwasserschutzes verfolgt. Bei Überschreitung des allgemeinen Vorsorgewertes im Trinkwasser werden durch den Wasserversorger und das Gesundheitsamt geeignete Maßnahmen zur Reduzierung der PFC-Gehalte ergriffen.
 
Leitwert: 0,3 µg/l für Summe PFOS und PFOA
Es handelt sich hierbei um einen toxikologisch abgeleiteten Wert:
Bis zu dieser Konzentration ist die Summe von PFOS und PFOA für alle Bevölkerungsgruppen lebenslang gesundheitlich duldbar. Für die übrigen PFC gibt es jeweils substanzspezifische gesundheitliche Orientierungswerte, für die das Gleiche gilt.
 
Vorsorge-Maßnahmewert: 5 µg/l für Summe PFOS und PFOA
Bei Überschreitung dieses Wertes ist das Wasser, auch bei kurzfristiger Überschreitung, nicht mehr als Trinkwasser und für die Herstellung von Lebensmitteln verwendbar.
 
Vorsorge-Maßnahmewert für sensible Gruppen (Schwangere, Säuglinge, stillende Mütter): 0,5 µg/l für Summe PFOS und PFOA
Bei Überschreitung dieses Wertes ist das Wasser für sensible Gruppen, auch bei kurzfristiger Überschreitung, nicht mehr als Trinkwasser und für die Herstellung von Lebensmitteln geeignet.
Die Leitwerte und die gesundheitlichen Orientierungswerte für PFC werden zur Zeit vom Umweltbundesamt überarbeitet und für PFOA und PFOS voraussichtlich abgesenkt. Ein Entwurf ist gerade in Abstimmung. 


Fazit:
In Hügelsheim weist die öffentliche Wasserversorgung Spuren von PFC auf. Die Werte der Trinkwasserproben der öffentlichen Wasserversorgung liegen unterhalb des allgemeinen Vorsorgewertes, sodass vom Trinkwasser der öffentlichen Wasserversorgung in Hügelsheim keine gesundheitliche Gefährdung (auch nicht für sensible Gruppen)  ausgeht.
 
Unterschiedlich stark mit PFC belastet sind aber einige Eigenwasserversorgungsanlagen (Privatbrunnen), welche zum Bewässern der privaten Flächen etc. genutzt werden.
 
Sind für Landwirte, Gärtner und Kleingärtner besondere Vorsichtsmaßnahmen erforderlich?
Die Bewirtschafter der landwirtschaftlichen Flächen sind über die Ergebnisse der Bodenuntersuchungen informiert. Des Weiteren werden die Kulturen auf belasteten landwirtschaftlichen Flächen im Rahmen des sogenannten Vorerntemonitorings untersucht. Dabei werden Pflanzenproben vor der Ernte entnommen und die PFC-Konzentration in den Pflanzen ermittelt. Bei Überschreitung der Beurteilungswerte kommen die Pflanzen nicht in den Verkauf bzw. Vermarktung.
Im Hinblick auf den Boden- und Grundwasserschutz hat das Regierungspräsidium Karlsruhe Eckpunkte für eine vorläufige (zulässige) Verwendung von Beregnungswasser festgelegt:
 
Eine Bewässerung mit Wasser aus eigenen Beregnungsbrunnen ist zulässig, insofern der Geringfügigkeitsschwellenwert, der als Bewertungsgrenze für eine Grundwasserbelastung gilt, eingehalten wird. Vor Beginn der Beregnungsperiode werden als Grundlage für die Bewertung die aktuellen PFC-Werte im Beregnungswasser von den zuständigen Landwirtschaftsbehörden bestimmt. Die Wassermenge muss außerdem durch die Auswahl geeigneter Bewässerungsverfahren, z. B. Tröpfchen-Bewässerung, so weit wie möglich minimiert und streng am Bedarf der Pflanzen ausgerichtet werden.
 
Aktuelle Bewertungsgrenzen und Festlegung der Wassermengen können beim Landratsamt Rastatt nachgefragt bzw. individuell - je nach Belastung der Brunnen - ermittelt werden.
 
Für das Grundwasser liegen derzeit Einzelwerte vor, die noch nicht auf eine flächenhafte Belastung rückschließen lassen. Es kann aber auch nicht mit Gewissheit bestimmt werden, in welchen Bereichen das Grundwasser belastet ist, da die vorliegenden Grundwasserproben hierfür nicht ausreichen. Seitens des Landratsamtes ist jedoch vorgesehen, diese Datenlücke zu schließen. Hilfreich hierfür wäre es jedoch, wenn Grundstückseigentümer bis dato nicht bekannte Brunnen melden. Nur so ist es möglich, eine verlässliche Grundwasserdatenbank aufzubauen.
 
Auf Grund der Datenlage und dem Vorliegen von erhöhten Werten in Einzelbrunnen spricht das Landratsamt folgende Empfehlung aus:
 
Auf eine Beregnung mit Grundwasser der Kleingärtenanlagen etc. sollte verzichtet und die Bewässerung der Anlagen mit Trinkwasser oder Regenwasser vorgenommen werden.
 
Um Aussagen über die tatsächliche Belastung zu erhalten, empfehlen wir eine Analyse auf PFC durchzuführen und die Ergebnisse dem Landratsamt zur Beurteilung zu überlassen.
 
Zur eigenen Vorsorge bitten wir Sie, auf die Entnahme von Grundwasser zu verzichten.
 
Bitte bedenken Sie auch, dass der durchschnittliche Bedarf für die Gartenbewässerung bei ca. 10 m³ im Jahr liegt. Bei Kosten von ca. 1,23 € je m³ handelt es sich um einen Betrag von ca. 12,00 € pro Jahr (ohne Abwassergebühren). 

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an:
 
Landratsamt Rastatt
PFC Geschäftsstelle
Herr Reiner Söhlmann
Tel.: 0 72 22 - 3 81 42 45
Mail: r.soehlmann@landkreis-rastatt.de
 
oder
bei  Fragen zur Trinkwasserversorgung:
 
Stadtwerke Baden-Baden
Herrn Peter Riedinger
Tel.: 0 72 21 - 277420
Mail: peter.riedinger@stadtwerke-baden-baden.de
 
Gemeinde Hügelsheim
Herrn Elmar Sauter
Tel.: 07229/3044-21
Mail: sauter.e@huegelsheim.de
 
Weitere Informationen sind auf der Homepage des Regierungspräsidiums Karlsruhe, des Landkreises Rastatt oder der Stadt Baden-Baden abrufbar.
 
Die Gemeinde Hügelsheim, die Stadtwerke Baden-Baden werden in Zusammenarbeit mit dem Landratsamt Rastatt weitere Untersuchungen vornehmen und informieren. Wir bitten um Verständnis, dass keine persönlichen oder grundstückbezogenen Daten veröffentlicht werden können.

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