In den letzten Jahren kommt es je nach Wetterlage immer wieder zu starken Regenfällen. Daher möchte die Gemeindeverwaltung über mögliche Probleme durch Rückstau in der öffentlichen Kanalisation und dem daraus resultierenden Rückstau in der privaten Grundstücksentwässerung informieren.
 
Ein Rückstau in der Grundstücksentwässerung entsteht, wenn das Abwasser im öffentlichen Kanalsystem nicht ablaufen kann. Es gibt dabei in der Praxis mehrere Ursachen:
 
·         Starkregenereignisse, die die Bemessungsgrenze des Kanalnetzes übersteigen.
·         Abflusshindernisse im öffentlichen Kanalnetz (Fremdkörper, Ablagerungen usw.)
·         Niederschlagswasser/Oberflächenwasser dringt über Fenster und Öffnungen in Gebäude ein
 
Nach Aussage von Fachleuten und Meteorologen und das haben die Ereignisse in den vergangenen Jahren bestätigt, werden Starkregenereignisse in den kommenden Jahren drastisch zunehmen und die Abflusskapazität der vorhandenen Kanalnetze bis an die Kapazitätsgrenze strapazieren. Die Niederschlagsmengen übersteigen dabei vermehrt die Aufnahmekapazität der öffentlichen Kanalisation. Dadurch steigt das Risiko von Wassereinbruch durch Rückstau in den tiefer liegenden Gebäudeteilen. Dies gilt auch für Wohnlagen, die bis dato noch nie betroffen waren.
 
Von Rückstau spricht man in diesem Zusammenhang, wenn das Abwasser nicht schnell genug abfliesen kann und vom öffentlichen Kanalsystem in die privaten Hausanschlussleitungen gedrückt wird. Wenn nun keine funktionierenden Rückstausicherungen vorhanden sind, werden die unterhalb der Rückstauebene befindlichen Räumlichkeiten geflutet und dem Hauseigentümer können binnen Minuten horrende Schäden entstehen. Dabei werden nicht selten Einrichtungsgegenstände, Elektrogeräte, bauliche Anlagen usw. beschädigt oder völlig zerstört. Darüber hinaus werden diese Gebäudeteile durch das Eindringen von Abwasser stark verschmutzt und beschädigt. Befinden sich in den überfluteten Räumen Heizöltanks, so kann das evtl. auslaufende Heizöl in die Kanalisation bzw. in das Grundwasser gelangen und schwere Umweltschäden sowie Störungen im Kanalnetz bzw. auf der Kläranlage verursachen, für deren Schaden der Verursacher letztendlich aufkommen muss. Aus eigenem Interesse sollte sich daher jeder Grundstückseigentümer durch geeignete Maßnahmen vor diesen Folgen schützen.
 
Die Planung und Dimensionierung sowie die Errichtung und Unterhaltung des öffentlichen Kanalnetzes erfolgt nach den allgemeinen anerkannten Regeln der Technik. Ein Kanalnetz kann nicht darauf ausgerichtet werden, die Zuflüsse jedes Regenereignisses sofort und ohne Rückstau abzuleiten. Angesichts der möglichen "Wolkenbrüche" müssten die Kanäle so groß und so teuer werden, dass der Bürger, der diese über Beiträge finanzieren muss, unverhältnismäßig hoch belastet würde. Doch selbst bei entsprechender "Überdimensionierung" wäre man vor Überraschungen bei einem Katastrophenregen nicht sicher. Abgesehen davon bleibt das Problem einer evt. Kanalverstopfung bestehen. Daher ist eine kurzzeitige Überlastung der Entwässerungsanlagen nie auszuschließen. Dieser Betriebszustand ist zulässig und wird durch die technischen Regelwerke gedeckt.
 
In erster Linie werden Überflutungen durch fehlende oder nicht funktionsmäßige Rückstausicherungen der Grundstücksentwässerungsanlagen ausgelöst. Grundsätzlich ist darauf zu achten, dass das Abwasser, das unterhalb der Rückstauebene anfällt (hierbei ist die Höhe der Straße maßgebend) nicht direkt der Kanalisation zugeführt wird.
Welche Maßnahmen für den Einzelnen sinnvoll sind, sollte mit einem Fachmann besprochen und von einem solchen auch geplant werden.
 
Die Gemeinde Hügelsheim weist ausdrücklich darauf hin, dass die Bestimmungen der Entwässerungssatzung und die DIN-EN-Vorschriften unbedingt einzuhalten sind. Bei Neubauten trägt vor allem der planende Architekt und Bauleiter eine besondere Verantwortung.
Aber auch die Hauseigentümer, die bisher noch nicht über eine ausreichende Rückstausicherung verfügen, sind gehalten, sich durch Einbau entsprechender Vorrichtungen zu schützen. In der DIN 1986 sind die technischen Bestimmungen für den Bau von Grundstücksentwässerungsanlagen geregelt.
 
Bei genauer Beachtung der Vorschriften und Bestimmungen dürfte es nach menschlichem Ermessen zu keinem Rückstau mehr kommen.
 
Prüfen Sie daher in Ihrem eigenen Interesse, ob Ihr Haus ausreichend gegen Rückstau, bzw. gegen Überflutung gesichert ist. Sorgen sie für einen ausreichenden Überflutungsschutz.

Bei Fragen zu diesem Thema wenden sie sich bitte an das Bauamt Hügelsheim, Herrn Ortsbaumeister Sauter, den Sie unter der Rufnummer 07229 - 30 44 21 erreichen können.

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