2021 ist in Bezug auf die Witterungsverhältnisse und den Pegelverlauf des Rheins ein außergewöhnliches Jahr, das wir in dieser Intensität noch nicht hatten. Zwar gab es schon höhere Pegelstände, diese waren aber leichter zu managen, da es meist Einzelereignisse waren, die nicht in dieser Häufigkeit und Kürze hintereinander auftraten wie in diesem Jahr. Die Bilder der letzten Tage aus Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz verdeutlichen dies auf drastische Weise.
Seit Anfang Mai folgt eine Hochwasserspitze auf die andere, wobei die nächstfolgende Spitze immer höher lag als die Hochwasserwelle zuvor. Bei jeder Hochwasserspitze mussten großflächige Areale zu Fuß und per Helikopter behandelt werden. Seit Juni sind nahezu ständig zwei Helikopter im Einsatz, was aufgrund der Größe der Flächen und der knappen für die Bekämpfung zur Verfügung stehenden Zeit zwingend notwendig war, denn die nächste größere Welle hätte die Larven auf eine deutlich größere Fläche verdriftet. Oftmals war die anrückende nächste Spitze der Taktgeber, weniger (so wäre es normal) die Larvenentwicklung. Hinzukamen an den Einsatztagen extreme Witterungsbedingungen in Form von Starkregen, Sturmböen und Gewittern, die mehrfach Einsatzabbrüche zu Folge hatten. Weiterhin traten aufgrund des permanent hohen Rheinpegels im Innendeichbereich zunehmend Druckwasserflächen auf, die sich während der Spitzen zunehmend vergrößerten und ebenfalls unsere Aufmerksamkeit erforderten, ebenso führten Starkregenereignisse auch abseits des Rheins zur Flutung typischer Waldstechmückengebiete, die aber im Sommer auch Massen an Überschwemmungsmücken hervorbrachten. Bis Ende Juni wurden über 7.100 ha per Helikopter behandelt.
Unsere Mitarbeiter hatten seit Anfang Mai keine Erholungspausen und sind bis heute im Gelände unterwegs, um zu bekämpfen, was möglich ist. Die wenigen Tage Pause wurden teils nicht zur dringend benötigten Erholung, sondern für die parallellaufenden Tigermückenbekämpfungsmaßnahmen in den betroffenen Gemeinden genutzt. Trotz aller widrigen Umstände haben wir bis Anfang Juli ein sehr gutes Bekämpfungsergebnis erreicht.
Die Spitze Anfang Juli (Pegel Maxau 772) führte zur erneuten großflächigen Überflutung, die umfangreiche Kontrollen erforderlich machte. Als man für die Bekämpfung bereit war, stieg der Rheinpegel erneut innerhalb kurzer Zeit in die Dimension eines 10-jährigen Hochwasserereignisses an. Eine Bekämpfung war somit unmöglich, da die vorher erfassten Larven komplett auf ein riesiges Areal verdriftet wurden. Eine B.t.i.-Applikation wäre sinnlos gewesen. Das Wasser steht nun bis an die Hauptdämme, die Gebiete sind aufgrund von Strömung und Überflutungshöhe nicht begehbar. Bis wir in die Gebiete hineinkommen, wird es aufgrund der nun noch hohen Temperaturen in vielen Bereichen zu spät sein. Die Mitarbeiter versuchen seit Tagen entlang der Dammränder Larvenansammlungen per Hand zu bekämpfen, das ist aber leider nur ein "Tropfen auf den heißen Stein".
Wir müssen leider feststellen, dass die KABS an ihre Leistungsgrenze gekommen ist. Gegen derartige Verhältnisse sind wir trotz allen menschenmöglichen Einsatzes der Gebietsleiter, Saisonkräfte, Hubschrauberpiloten und den Mitarbeitern der ICYBAC, die permanent Eis produziert, LKWs beladen und das Material an die Landeplätze transportiert haben, machtlos.
Erschwerend kommt aktuell hinzu, dass wir seit Wochen auf B.t.i.-Lieferungen warten, auch hier kommt es wohl coronabedingt, wie in vielen anderen Branchen auch, zu Lieferengpässen. Die KABS hatte ihre B.t.i.-Bestellung für 2021 Ende Oktober 2020 aufgeben, wurde bis heute aber nicht komplett beliefert. Auch die Fa. ICYBAC hat sehr früh eine Nachbestellung aufgegeben, als klar wurde, dass wahrscheinlich weiteres Eisgranulat produziert werden muss. Darüber hinaus hat die Fa. BBF, die das B.t.i. vor dem Einsatz bestrahlt, uns vor kurzem mitgeteilt, dass sie bis Ende Oktober aufgrund von Umbauarbeiten, kein B.t.i. bestrahlen kann. ICYBAC und KABS versuchten seitdem eine Firma in Europa zu finden (in Deutschland konnte kein anderes Unternehmen gefunden werden), die das B.t.i. bestrahlt, was letztendlich vergangene Woche auch gelang. Eine Firma in Belgien hat sich bereit erklärt, unser B.t.i. zu bestrahlen, aber auch hier waren wieder verwaltungstechnische Hürden zu nehmen. Neues bestrahltes B.t.i. wird Anfang der Woche in Speyer erwartet. Erst dann können pro Tag wieder 5 t Eisgranulat produziert werden.
Die Folgen dieser letzten beiden Hochwasser werden deutlich spürbar sein. Wir werden es in vielen Bereichen nicht schaffen, die aktuell überspülten Bereiche, rechtzeitig vor Vollendung der Larvenentwicklung zu kontrollieren und zu bekämpfen. Es wird vielerorts zu deutlich spürbaren Belästigungen in den nächsten Wochen kommen. Dennoch werden alle KABS-Mitarbeiter alles Möglich tun, um die Belästigungen auf ein erträgliches Maß zu reduzieren.

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